Gipfeltreffen auf hoher See

- Die beiden deutschen Polarforschungsschiffe POLARSTERN und MARIA S. MERIAN begegneten sich im tropischen Atlantik -
Ein ganz besonderes Treffen fand am 18. November mitten im Atlantik statt. Die beiden deutschen Forschungsschiffe, der Forschungseisbrecher POLARSTERN und das Eisrandforschungsschiff MARIA S. MERIAN, begegneten sich zufällig im tropischen Atlantik bei 8°30′N 19°30‘W nahe dem Äquator.

Der erste Kontakt kam durch Wissenschaftler auf beiden Seiten zustande. Nachdem man dann festgestellt hatte, dass die Polarstern das Forschungsgebiet der Merian durchfahren würde, wurde schnell ein Termin und eine Position für ein Treffen von den beiden Fahrtleitern Prof. Dr. Martin Visbeck vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) und Prof. Dr. Gerhard Kattner vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven vereinbart.

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POLARSTERN (links) und MARIA S. MERIAN (rechts) bei ihrer Begegnung im tropischen Atlantik. Foto: M. Visbeck, IFM-GEOMAR

Morgens um 8 Uhr Schiffszeit (9 Uhr in Deutschland) wurden die Schlauchboote klar gemacht, und es fand ein reger Shuttle von einem Schiff zum anderen bei ruhiger See und Temperaturen von 28°C statt. Die Besuche wurden gleich für einen Erfahrungsaustausch über die Ergebnisse der beiden Forschungsfahrten genutzt. Natürlich bestand auch großes Interesse, die Forschungsarbeiten und Geräte der Kollegen zu besichtigen. Viele kannten das jeweilige Forschungsschiff noch nicht und waren neugierig auf die Arbeiten und Forschungsmöglichkeiten an Bord. Selbst die beiden Fahrtleiter kannten das jeweils andere Schiff nur von Bildern.

Nach drei Stunden war das Besuchsprogramm beendet. „Das war für alle eine schöne und interessante Unterbrechung des Forschungsalltags, freute sich Prof. Martin Visbeck. Die MERIAN begleitete die POLARSTERN noch ein kurzes Stück Richtung Süden, aber dann trennten sich die Wege.

Die POLARSTERN ist auf ihrem Weg nach Kapstadt, von wo aus es dann weiter in die Antarktis geht. Während der Anreise wird ein großes wissenschaftliches Programm absolviert, das überwiegend vom fahrenden Schiff aus durchgeführt werden kann. Eine große Gruppe von Wissenschaftler aus verschiedenen Nationen befasst sich mit der chemischen Charakterisierung der gelösten organischen Substanzen im Meer. Sie wollen herausfinden, wie das ursprünglich von Algen produzierte gelöste organische Material durch Sonnenstrahlung und bakteriellen Abbau in den verschiedenen Klimazonen verändert wird, die die POLARSTERN auf dem Weg von Bremerhaven nach Kapstadt durchquert. Parallel dazu wird die chemische Zusammensetzung des Aerosols untersucht. Spurenmetalle, fluorierte Pestizide und andere Spurenstoffe werden kontinuierlich in Wasser und Atmosphäre während der gesamten Fahrt gemessen.

Die MARIA S. MERIAN war bereits vor sieben Monaten in den Gewässern südlich der Kapverdischen Inseln. Im April 2008 hatten Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) dort eine chemische Markersubstanz im Ozean hinterlassen. Seit 14 Tagen untersuchen die Forscher, wohin die markierten Wassermassen getrieben worden sind. Die Ergebnisse lassen Rückschlüsse über die Zirkulation und die Vermischung im Ozean nahe der riesigen Sauerstoffminimumzone vor der Küste von Guinea zu.

Ansprechpartner:
Dr. Andreas Villwock (Öffentlichkeitsarbeit), Tel. 0431 – 600 2802, avillwock@ifm-geomar.de

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