POLARSTERN - Log 4 - Fern vom Uni-Alltag (Teil 2)

Studentenleben zweier Geophysikerinnen:
Von Luftwummen und Hydrophonen

Polarstern 74° N 128° W
32.08.2008

Wir, Anne Hegewald aus Jena und Pia Pulm aus Hamburg sind zwei von acht studentischen Hilfskräften der Geophysik an Bord der Polarstern. Vor anderthalb Wochen, also am 12.08.2008 sind wir in Reykjavik (Island) gestartet. Heute sind die Vorbereitungen der Messapparaturen soweit abgeschlossen, so dass in zwei Tagen die Messungen beginnen können.

Die kraftaufwändigeren Vorbereitungen wurden für die Seismik getroffen. Hier mussten im Wesentlichen zwei Bestandteile des Systems getestet, gewartet und zusammengebaut werden. Die sogenannten Airguns und der Streamer, die im Einsatz hinter dem Schiff hergezogen werden.

Luftwummen zur Erkundung des Meeresbodens

Die Airguns erzeugen durch plötzliche Druckluftfreisetzung Schallwellen. Diese Schallwellen breiten sich im Wasser und im Ozeanboden aus, werden dort reflektiert. Der Streamer ist ein 600 m langer Schlauch, in dem sich Hydrophone befinden, die das reflektierte Signal registrieren. Durch Auswerten der so erhaltenen Aufzeichnungen können wir den Aufbau des Untergrundes bis in 4 km Tiefe sichtbar machen. Dies ist ein Beitrag zur Rekonstruktion der Entstehungsgeschichte des arktischen Ozeans.

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Bootsmann, Crew und die Geophysikgruppe lassen das Luftkanonengestell zu Wasser. Foto: Isabell Schulte-Loh, Alfred-Wegener-Institut

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Der 3000 m lange Streamer wird ins Wasser gelassen. Am Streamer sind “Birds” (siehe Foto) befestigt, die für die Wassertiefenregulierung eingesetzt werden. Am Bird (orange) ist ein Airbag (grün) angebracht. Dieser öffnet sich automatisch, wenn der Streamer eine maximale Tiefe überschreitet. Pia Pulm (links), Felicia Winter (mitte) und Morelia Urlaub(rechts). Foto: Stefanie Kessling, Alfred-Wegener-Institut

Die seismischen Messungen, die am Montag beginnen, können jeweils mehrere Tage dauern, in denen es unsere Aufgabe sein wird das System rund um die Uhr zu überwachen. Die vorbereitenden Aufgaben der letzten Tage waren eher handwerklich-technischer-elektronischer Natur. Dabei waren wir die meiste Zeit draußen an Deck und haben alle Wettersituationen mitgemacht. 0°C, Nebel, Sonne, Schneefall, Regen, Wind, Sturm, Ententeich (ruhige See) und vorbeiziehende Eisberge.

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Trotz schwieriger Eisverhältnisse werden seismische Profile geschossen. Fenderbälle (orange Auftriebskörper) halten das Kanonengestell in 15 m Wassertiefe in horizontaler Lage. Foto: Stefanie Kessling, Alfred-Wegener-Institut

Das Rahmenprogramm

Neben der wissenschaftlichen Arbeit ist auch für die Abende und die Pausen genug Abwechslung vorhanden. Z.B. Sauna, Schwimmbad, Tischtennis, Fitnessraum, Bibliothek, Gesellschaftsspiele und die Zillertalbar. Für das leibliche Wohl gibt es vier gigantische Mahlzeiten am Tag. Deshalb sind am Mittag Tischtennis und am Abend Wasserball Pflichtprogramm.
Wir haben jetzt Samstag, den 23.08.2008 11:30 Uhr und zum Mittag gibt es, wie jeden Samstag, Eintopf.

Mahlzeit und Tschüss!

Anne und Pia

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Bildquelle: Alfred-Wegener-Institut Bremerhaven

 

Das ScienceLog POLARSTERN ist eine Kooperation des Alfred-Wegener-Instituts für Polar-und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft mit planeterde.de.

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