MERIAN ScienceLog - Nr. 25 - Der Matrose

log25-abb_3-160_104.jpgAutorinnen: Sandra Fehsenfeld und Anke Schneider

„Die Besatzungsmitglieder der Maria S. Merian stellen sich vor“ – Teil 5: Der Matrose

Ein weiterer Tag auf dem Schiff ist herum und der eine oder andere findet sich im „Cafe Seeblick“ ein, um noch einen netten Feierabendschnack zu halten. Auch Frank fehlt nicht, und Anke und ich nutzen die Gelegenheit, um ein wenig aus seinem Leben zu erfahren.
Frank Schrage ist 35 Jahre jung, aus Rostock und kinderlos verheiratet. Als Matrose hat er ein offenes Ohr für alles und packt dort mit an, wo er gebraucht wird.

A+S: Seit wann fährst Du denn schon zur See?

Frank: Mittlerweile sind es 14 Jahre, seit 1994. Eigentlich bin ich ausgebildeter Rohrschlosser. Meine Mutter hatte dann damals aber ohne mein Wissen Bewerbungen für mich an Reedereien weggeschickt. Na, und da kam dann auch prompt die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch – drei Tage später begann meine erste Seereise.

A+S: Auf welchen Schiffen bist Du bisher unterwegs gewesen?

Frank: Angefangen habe ich bei der Mecklenburgischen Hochseefischerei. Dann bin ich vier Jahre für eine holländische Firma gefahren, da waren wir hauptsächlich vor der Afrikanischen Küste unterwegs, vor Mauretanien und dem Senegal. Danach habe ich mich zum Schiffsmechaniker weiterbilden lassen und bin nun seit 2003 ausschließlich auf Forschungsschiffen unterwegs. Meteor, Alkor, Heincke, Poseidon und nun die Merian. Auf Poseidon hatte ich auch meine erste Fahrt als Bootsmann.

log25-abb_1.jpg

Abb 1: Der Matrose Frank kurz vor dem Aussetzen der Wasserschöpfer.

A+S: Was sind denn im Speziellen Deine Aufgaben an Bord?

Frank: Nun, ich laufe im Wachbetrieb mit, sprich, von 4-8 und 16-20h bin ich fest eingeteilt und helfe mit allem, was wissenschaftlich anliegt, wie z.B. das Aussetzen der CTD. Dazu kommt dann natürlich alles, was am Schiff erledigt werden muss, da fallen schon eine Menge Instandsetzungsarbeiten an. Und dann gibt’s ja noch den Pool, der von Zeit zu Zeit geflickt werden will…

A+S: Was ist besonders/ anders daran, auf einem Forschungsschiff zu fahren? Gefällt es
Dir besser oder schlechter und warum?

Frank: Auf einem Forschungsschiff mitzufahren finde ich auf jeden Fall besser. Es ist einfach viel interessanter und abwechslungsreicher. Auf jeder Fahrt neue Gesichter zu sehen und Geschichten auszutauschen… da wird es nie langweilig! In der Fischerei ist das Zwischenmenschliche da nicht so ausgeprägt. Leider muss man sagen, dass für die Forschung der Nachwuchs fehlt. Ich weiß nicht, vielleicht schreckt der 24-Stunden-Tag zu viele ab? Dazu kommt wohl, dass Kommunikation nicht unbedingt jedem Seemann liegt…

A+S: Dein typischer Tagesablauf?

Frank: Wie gesagt laufe ich in der 4-8 Wache. Das heißt zunächst beim wissenschaftlichen Stationsbetrieb zu helfen, zwischendurch nachts „rein Schiff“ machen und zusehen, dass auch so alles läuft. Na, und dann reicht es zum Glück eben auch noch für ein paar gemütliche Minuten im „Cafe Seeblick“ mit Euch!

log25-abb_2.jpg

Abb 2: Gerät an Deck! Frank Schrage lascht die CTD.

A+S: Was ist etwas Besonderes / war ein besonderer Moment für Dich an Bord?

Frank: Sehr krass waren 6 Orcas, die sich bei Schottland bei uns im Fischereinetz verfangen hatten und ertrunken sind… Bis wir die wieder über Bord hatten! Und so generell sag ich einfach mal: „Viehzeug ist mein Ding!“- außer den Grillen allerdings…

A+S: Wie oft bis Du im Jahr an Land und was machst Du da?

Frank: Gerade bin ich schon länger als üblich unterwegs. In den letzten 10 Monaten war ich fast gar nicht zu Hause in St. Pauli. Zunächst war ich 4 Monate auf Poseidon, dann 4 Monate nun schon hier. Die paar Wochen vorher und dazwischen frei nutze ich dann zum Reisen, mein größtes Hobby. Wenn möglich natürlich zusammen mit meiner Frau!

A+S: Vielen Dank Frank.
Frank: Danke Anke … und Sandra.

Zu den Autorinnen: Sandra Fehsenfeld ist ausgebildete Biologisch-technische Assistentin und studiert seit 2005 Meeresbiologie an der Uni Kiel. Sie ist als wissenschaftliche Hilfskraft für biologische Probennahme an Bord zuständig. Anke Schneider ist Marine Umweltwissenschaftlerin und seit 2005 als Doktorandin am IFM-GEOMAR. Auf der Merian misst sie Proben für ihre Doktorarbeit.

Zurück zur Hauptseite

Kommentarfunktion ist deaktiviert