Merian ScienceLog Nr. 26 - Auf Wiedersehen auf den Kapverden

7.12.2008

Autorin: Anke Schneider

Die letzten Tage gingen vorbei wie im Fluge und nun ist die erfolgreiche Fahrt zu Ende. 60 Meilen nördlich von Mindelo haben wir am 4. Dezember die letzt CTD und Mikrostrukturmessungen auf 17°38’ N 24°15’ W bei der TENATSO Station durchgeführt. In der Nähe dieser Position liegt eine Verankerung, die zusammen mit monatlichen Besuchen des Kap Verdischen Forschungsschiffes ISLANDIA Langzeitveränderungen untersuchen. Es war die CTD Station #229 und zusammengenommen wurden auf dieser Reise 393 km Wassersäule beprobt. 4610 Wasserproben wurden an Deck gebracht. Bei mehr als der Hälfte davon, genau 2607mal, wurde mit Hilfe der beiden Gaschromatographen die SF5CL3 und F12 Konzentrationen bestimmt. Insgesamt habe wir alle geplanten Arbeiten auf diesem Abschnitt wunschgemäß abgeschlossen. Insbesondere die Vermessung des Tracers war erfolgreicher als wir das jemals zu hoffen wagten. Es ist uns gelungen ca. 40% der ausgesetzten Tracermenge wieder zu finden, ein weltweiter Rekord. Das erlaubt uns nun sehr gut abgesicherte Aussagen über die vertikale Vermischung in den Thermoklinen der tropischen Ozeane zu machen.

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Dreidimensionale Ansicht der Tracerverteilung. Die rote Stelle markiert den Aussetzpunkt des Tracers. Die schwarzen Punkte markieren die Stationen wo die Proben genommen wurden. Die blauen Linien zeigen die Fahrtroute an.
2600 SF5CF3 Messungen liegen dieser Karte zugrunde.

Die Stimmung an Bord blieb bis zum Schluss prima Dank der wissenschaftlichen Erfolge und den angenehmen Arbeitsbedingungen auf der MERIAN. Bootsmann Norbert Bosselmann und sein Team unterstützen uns vorbildlich zu jeder Tages- und Nachtzeit. Das nautisch/technische Team unter Kapitän Friedhelm von Staa brachte uns in gewohnter Manier wunschgemäß und rechtzeitig zur nächsten Station und sicher in unseren Ausstiegshafen.

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Abb 2: Ankunft auf den in Staub gehüllten Cap Verden.

Am Mittwoch gab es noch ein großes Abschlussfest, bei dem wieder gegrillt und auch die gefangenen Fische vom Wochenende verspeist wurden. Freitag morgen um 9 Uhr sind wir dann im Hafen von Mindelo eingelaufen. Wie so oft auf der Insel war die Luft mit Staub, der von der Sahara herübergeweht wird, gesättigt (Abb 2). Bis Samstag Mittag mussten dann alle Gerätschaften wieder in Kisten geräumt, alle Versuchsaufbauten auseinandergebaut und verpackt, alles in den großen Container an Deck befördert und die Labore und Kammern ordentlich geputzt werden. Freitag abend wurde dann noch Mindelo in kleinen Grüppchen erkundschaftet und fast alle haben sich dann später im bekannten Club Nautico wiedergetroffen.

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Abb 3: Containerpacken. Alle Zwischenräume müssen mit Luftsäcken gefüllt werden, damit während der Überfahrt nichts verrutscht.

Samstag nachmittag gab es von seiten der Merian noch einen Empfang für die Cap Verdianer mit großartigem Meeresfrüchte-Buffet, bei dem Ehrengäste der Inseln, die Hafenbehörde und wissenschaftliche Kollegen des INDP (Institut für die Fischereientwicklung auf den kapverdischen Inseln) geladen waren. Um 19:30 Uhr hieß es für uns dann Abschied nehmen von der Merian, der Besatzung und den warmen Temperaturen. Das Schiffshorn wurde noch einmal betätigt und alle standen an Deck und haben gewunken, während wir mit dem Bus zum Flughafen unsere Heimreise angetreten haben. Ca. 21 Stunden später hat jeder in Kiel den Schlüssel zu seiner Wohnung im Schloss umgedreht, aber sicherlich wird es noch ein paar Tage dauern um wirklich wieder in der Heimat anzukommen.

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Abb 4: Impressionen von der Maria S. Merian

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