METEOR ScienceLog Nr. 19

Der erste Schnitt ist nun beendet, und es geht Richtung Norden auf 85° 50’W. Man nähert sich langsam dem Äquator und leider auch den Wolken, die die ersten sonnigen Tage abgelöst haben. Doch hinter den Wolken scheint immer die tropische  Sonne, die uns angenehme Temperaturen beschert.

blog4_abb1.jpg

Abb. 1 :Die Pilotwalschule zu Besuch

blog4_abb2.jpg

Abb. 2: Entkräfteter, geretteter Westland Sturmvogel
Pünktlich zur Kaffeezeit standen wir auf dem Arbeitsdeck mit einem Kaffee in der Hand. In weiter Ferne konnte man schwarze Punkte erkennen, wie sich später herausstellte, waren es Pilotwale. Sie kamen auf uns zu und es hatte den Anschein, als wenn sich zwei Walschulen treffen würden (Abb. 1). Sie haben uns noch sehr lange begleitet und uns mit ihren Sprüngen verzaubert.
Ein weiteres tierisches Erlebnis: Ein kleiner erschöpfter Vogel, ein Westland Sturmvogel, wie wir nach einiger Recherche herausgefunden haben, ist uns zugeflogen. Er war so entkräftet, dass wir ihn mit Wasser und Brot aufpäppeln mussten (Abb. 2). Als er wieder zu Kräften gekommen war, haben wir ihm Starthilfe gegeben und er ist in die Freiheit entflogen.  Solcherart sind die wenigen Begegnungen mit anderen Lebewesen in der Weite des pazifischen Ozeans.

blog4_abb3.jpg

Abb. 3: Einparkmanöver des Schiffes kurz vor einer Station

blog4_abb4.jpg

Abb. 4: Johanna Zocher, Martina Nielsen und Lavinia Patara beim Spannen der Rosette
Unser CTD-Wachplan muss 24 Stunden abdecken um alle geplanten 66 Stationen beproben zu können. Der Stationsabstand beträgt in der Regel 30 Seemeilen. Während der Wache bereitet man zunächst die CTD-Station vor, indem man die Wasserschöpfer spannt und die Software und das Protokoll bereitstellt. Eine CTD-Station befindet sich auf einer vorher festgelegten Position, die von der Brücke angesteuert wird. Ist die gewünschte Position erreicht, wird das Schiff eingeparkt (sehr schwierig ohne Seitenstreifen!) (Abb. 3). Man richtet das Schiff nach den Wetterbedingungen aus um einen reibungslosen Stationsbetrieb zu gewährleisten. Bei einer CTD-Station sind die Wassertiefen, in der die Schöpfer geschlossen werden, zumeist schon vorher bekannt, einige Tiefen werden erst während der Station festgelegt. Dann rauchen die Köpfe bei der Frage, welche Tiefen sind am sinnvollsten zu beproben hinsichtlich biogeochemischer Parameter. Man kann leider nur 24 Wasserproben an Deck bringen! Ist die CTD wieder an Deck, dann beginnt der Tanz um die Rosette wie um das goldene Kalb. Alle Gruppen möchten ihre Wasserproben nehmen um am Ende der Fahrt gute Forschungsergebnisse vorlegen zu können.

Die Autoren:
Johanna Zocher (Abb. 4 links) ist Studentin im siebten Semester der physikalischen Ozeanographie in Kiel.
Lavinia Patara (Abb. 4 rechts) ist Doktorandin im dritten Jahr in Umweltwissenschaft an der Universität von Bologna und zurzeit auf Forschungsbesuch am IFM-GEOMAR in Kiel.

Zurück zur Hauptseite

Einen Kommentar schreiben